Warum züchtet man

Weil man damit schnelles Geld verdienen kann.
Ja klar.
Wenn man von durchschnittlich sieben Welpen aus geht, sieht das ungefähr so aus:
Gesundheitsscheck der Mutterhündin vor dem Belegen ca. 30 Euro
Deckgeld incl. Spritkosten ca 1000 Euro.
Acht Wochen lang zweimal täglich eine Maschine Wäsche.
Das sind 112 Maschinen im Laufe eines Wurfes.
Man rechnet ungefähr 2,00 Euro pro Maschine.
Sind als ca. 245 Euro allein für die Hundewäsche.
Fast genauso oft ist der Wäschetrockner an.
Wenn man von 1,00 Euro pro Trocknergang ausgeht, ist man bei 112 Euro.
Täglich mehrfach wischen.
Heizung und Rotlicht für die Welpen zwischen 50 und 200 Euro.
Eine neue Wurfkiste alle paar Jahre, macht anteilig pro Wurf ca. 50 Euro.
Eine Welpenwaage.
Pro Wurf vier neue Drybeds...
Vier mal ca 40,00 Euro. Das macht 160 Euro.
Ein Eimer Welpenmilch: 60 Euro
Welpenfutter: ca. 150 Euro.
Wurmkuren und Impfungen: 200 Euro.
Papiere für die Welpen 200 Euro.
Halsband und Leine zum mitgeben ca 100 Euro.
Kuscheldecke für das neue Zuhause: ca 100 Euro.
Das macht zusammen schon ca 2650 Euro bevor man nur einen einzigen Welpen verkauft hat.
Nicht mir eingerechnet habe ich die „Investitionskosten“ in die Mutterhündin mit mindestens zweimal ausstellen, röntgen, Augenuntersuchungen, Zuchtzulassung und natürlich Ernährung, Tierarzt, Leine, Halsband, Hundebett, Spielzeug, Hundesteuern und was jeder andere auch so für seinen Hund so ausgibt. Auch nicht mit eingerechnet ist das größere Auto (Kombi), ein zusätzliches Zimmer für die Hunde, die zerstörten Stuhlbeine, der zerfetze Teppich und die abgenagte Tapete.

So, und was muss ich für einen Wurf leisten?
Vor der Geburt in der Regel mindestens eine durchwachte Nacht.
Was ist eine Nachtschicht wert?
Die Geburt.
Anspannung ohne Ende.
Unter Umständen das Kämpfen um das Leben eines Welpen.
Alles für den Notfall ist da. Inklusive Absaugschläuchen etc.
Ein Tierarzt, der rund um die Uhr in Bereitschaft steht.
Wenn dann endlich alle Hundekinder dick und gesund an Mutter Zitze hängen hört die Arbeit nicht auf.
In der ersten Woche ist IMMER jemand bei den Welpen.
Rund um die Uhr.
Eventuell muss einem kleineren Welpen immer wieder der Weg an seinen properen Geschwistern vorbei zur Zitze gezeigt werden.
Vielleicht muss sogar ein Hundekind mit der Flasche groß gezogen werden.
24 Stunden/7 Tage die Woche.
Gut wenn man im Schichtdienst arbeitet. Dann kann man sich absprechen und gegenschichtlich aus dem Haus gehen. Ansonsten braucht man einen Dogsitter.
Nach ca vier Wochen wollen die Welpen etwas erleben.
Ein Hundespielplatz wird eingerichtet.
Knatterdosen, Hundeschaukel, Tunnel und vieles mehr.
Ach, ich hab ganz vergessen, dass ich die Teile ja auch alle gekauft und bezahlt habe.
Die Welpen beanspruchen jetzt viel Zeit.
Also ist es besser, man nimmt jetzt seinen Jahresurlaub.
Günstigerweise versetzt zu dem des Partners. Dann ist immer jemand da.
An dieser Stelle spart man natürlich ein kleines Vermögen. Schließlich kann man kein Geld für Urlaub ausgeben.

Haben Sie sich schon mal überlegt, wie viele kleine Hundhaufen so im Laufe einer Welpenperiode produziert werden?
7 Welpen x 5 Haufen pro Tag x 56 Tage
Das sind 1960 Häufchen und später auch Haufen.

Grübel.
Was kostet eigentlich eine Hundepension?
Google sagt 15,00 Euro pro Tag.
Ist meine Arbeit eigentlich weniger wert als die einer Hundepension?
Meine Welpen bekommen doch das ganze Wellnessprogramm.
Mit Familienanschluss, Massagen, kuscheln, sozialisieren, bestes Futter etc.
15 Euro an 64 Tagen.
Staun.
Das wären ja schon 960 Euro pro Welpe.

Warum züchtet man also?
Ganz einfach.
Es macht unendlich viel Spaß und Freude.
Es ist ein gutes Gefühl mit jedem Hundekind die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.
Es ist schön sich mit vielen anderen Züchtern auszutauschen, Erfahrungen und Wissen zu sammeln und weiter zu geben.
Es ist spannend Stammbäume zu studieren, Würfe zu beobachten und Linien zu vergleichen.
Es macht glücklich Hundekindern von Geburt an beim Wachsen zuzusehen.
Und nicht zuletzt: Man lernt viele nette Leute kennen.
Es ist eben einfach mein Ding.

Wir

versuchen pro Jahr zwei Würfe in unserem Haus groß zu ziehen. Mal ist es einer mehr, mal einer weniger. Unser Anspruch ist es, jedem einzelnen Hundekind viel Zeit und Zuwendung zu bieten. Nur dann können sie stark und selbstbewußt in ihr aufregendes Leben starten.
    
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