The Spirit of Spring
Hunde leben schneller

Mein Hund ist alt, was nun?

 
Hunde leben schneller.
Sie werden schneller groß.
Sie werden schneller erwachsen.
Und leider werden sie auch schneller alt.
Aber wie geht man am besten mit einem alten Hund um?
Da gibt es leider keine endgültige Antwort und jeder muss mit seinem Hund den jeweils richtigen Weg finden.
Es gibt im Netz sehr viele gute Seiten zu dem Thema. Daher denke ich, dass ich das Rad nicht neu erfinden muss.
Aber es gibt einige Dinge und Tricks die wir alle beherzigen können.
Meistens hilft es mit ganz normalen Menschenverstand an die wunderschöne Zeit des Zusammenlebens mit einem alten Freund heranzugehen.
Auch ein alter Hund braucht seine Bewegung. Aber er muss keine Leistung mehr erbringen.
Der eine genießt es fast bis zum Schluss, uns auf langen Spazierwegen zu begleiten.
Der andere wird schon vorher müder und bevorzugt das gemütliche und ruhige Leben im engeren Rahmen.
Beides ist gut.
Es macht Sinn, unseren Alten durch Kopfarbeit etwas fitter zu halten.
So macht es den Senioren meistens viel Spass, wenn man ein gut duftendes Leckerlie dick in Zeitungspapier einwickelt und es dem Hund zum auspacken gibt.
Oder wir füllen einen Kong mit den begehrten Goodies.
Viele alte Hunde lieben immer noch ihre Intelligenzspielzeuge.
Manchmal können wir die Aktivität unseres Hundes durch gute und wirksame Präparate etwas puschen.
Ich persönlich habe da mit Canicox sehr gute Erfahrungen gemacht.
Es hilft bei den altersbedingten körperlichen Gebrechen genauso gut, wie bei beginnender Demenz, die ja auch unsere Hunde befallen kann.
Und ich schwöre auf Karsivan.
Wenn unser Senior deutlich schwächer wird, egal ob körperlich oder geistig, kann man ihn damit noch mal wieder ins aktive Leben zurück pushen. Viele alte Hunde leiden irgendwann unter dem Vestibulärsynrom, fälschlicherweise auch oft als Schlaganfall des Hundes bezeichnet. Auch da hilft Karsivan sehr gut. Dass man in einer solchen Situation seinen Hund einem Tierarzt vorstellt, dürfte ja selbstverständlich sein.
Wichtig im Umgang mit alten Hunden sind auch ganz banale Dinge.
Auch wenn ich grundsätzlich nicht dafür bin, dass Hunde ständig ihr Halsband tragen, so scheint es mir doch bei einem alten Hund unumgänglich zu sein.
Gerade wenn die geistige Leistung nachlässt und der Hund ein dementielles Bild bietet kann es passieren, dass er auf einmal losläuft und nicht auf Zurufe reagiert. Erst Recht, wenn das Gehör nicht mehr so mitspielt.
So manch einer wird die Erfahrung machen, dass man anfangs annimmt, sein Hund habe das selektive Gehör. Sprich er hört nur noch, was er hören will.
Aber irgendwann muss man erkennen, dass der Hund wirklich (fast) nichts mehr hört.
Darum plädiere ich dafür, dass unsere Senioren dauerhaft ein Halsband tragen. Und zwar ein festes. Und an dem Halsband sollte immer die Adresse angebracht sein. Sei es als Anhänger, oder auf das Halsband geschrieben.
Wenn der Hund tatsächlich taub ist, macht es Sinn ihn in jeder unsicheren, sprich nicht eingezäunten Umgebung an der Schleppleine zu halten.
Denn auch unsere Alten können oft noch erstaunlich gut laufen.
Auch ein alter Hund möchte immer dabei sein. Wenn er nicht mehr so kann, wie man das gerne möchte hilft velleicht ein Fahrrad-Anhänger.
Sehr schlau ist es, mit seinem Hund schon in jungen Jahren zu üben, auf Sichtzeichen zu reagieren.
Wenn die Sehleistung eines Hundes nachlässt, sollte es selbstverständlich sein, darauf zu achten, dass die Augen immer frei sind. Bei Langhaarhunden macht es da oft Sinn die Haare entweder konsequent mit einer Spange oder einem Haargummi zurück zu halten, oder man schneidet die Haare vor den Augen kurz. Dabei ist aber darauf zu achten, dass die nachwachsenen Haare niemals in die Augen pieken. Das kann böse Entzündungen geben.
Ich kürze meinen Alten gegebenenfalls die Haare um die Augen mit einer guten Effilierschere. Es ist übrigens für einen Hund nicht schlimm, wenn das Hör- und Sehvermögen nachlässt. Unsere Senioren kommen wunderbar damit zurecht, solange sie in gewohnter Umgebung sind.
Leider haben unsere Hunde im Alter auch manchmal Probleme mit schmerzenden Knochen. Ich probiere da immer als erstes Teufelskralle. Manchmal wundert man sich, wie gut das wirkt.
Wenn das nicht hilft, gebe ich Traumeel.
Sollte der Hund dann immer noch Schmerzen haben, hilft der Tierarzt. Es gibt gute und wirksame Arzneien die wunderbar helfen.
Kein Tier sollte unnütze Schmerzen leiden müssen.

Irgendwann ist das Rad des Lebens rund.
Kein Hund hat es verdient, zu leiden.
Aber wann ist der richtige Zeitpunkt einen Hund gehen zu lassen?
Eines vorweg:
Die Entscheidung kann nur jeder ganz allein für sich treffen.
Das sind einsame und bittere Momente.
Wenn Sie es nicht schaffen gefühlsmäßig den richtigen Zeitpunkt zu definieren, schaffen Sie Fakten.
Nehmen sie sich maximal eine Woche Zeit.
Legen Sie sich einen Kalender auf den Tisch und schreiben am Abend eines jeden Tages dieser Woche ehrlich auf, ob das Leben an diesem Tag für Ihren Hund schön und lebenswert war.
Wenn über die Hälfte der Zeit das Elend überwiegt, lassen Sie Ihren Hund gehen.
Kein Hund, kein Tier sollte leiden, nur weil wir es nicht loslassen können.
Es ist für einen Hund nicht wichtig, wie alt er wird,
sondern nur, wie er alt wird!

Vielleicht hilft Ihnen dieses Buch:
Der Verlust eines Hundes
Zur Erinnerung an Ronja und Kalle,
von denen ich so viel lernen durfte.
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